Schuld und Sühne
nach Fjodor M. Dostojewski
"Wer ein Gewissen hat, mag darunter leiden, wenn er seinen Fehler einsieht. Das ist auch eine Strafe für ihn – außer dem Gefängnis."
Der begabte, aber mittellose Rodion Romanowitsch Raskolnikow schlägt sich als Ex-Jurastudent mehr schlecht als recht durchs Leben. Um über die Runden zu kommen, versetzt er seine letzten Habseligkeiten und verstrickt sich somit immer tiefer in einen Strudel aus Abhängigkeiten. Er entwickelt eine Theorie, nach der es in der Welt außergewöhnliche Menschen gibt, denen erlaubt ist Verbrechen zu begehen, um im Dienste des allgemeinen Fortschritts, Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Da er sich selbst auch für einen außergewöhnlichen Menschen hält, ermordet Raskolnikow seine Pfandleiherin, um sich mit dem gestohlenen Geld sein Studium zu finanzieren.
Tatsächlich gelingt ihm, mehr zufällig als planmäßig, das perfekte Verbrechen: Der Polizei liegen keine Beweise gegen ihn vor. Doch die Tat überfordert den Täter, und Raskolnikow beginnt zu zweifeln, ob er tatsächlich zu Außergewöhnlichem berufen ist. Sein eigenes Gewissen macht ihm zu schaffen, macht ihn krank, und er fängt an Fehler zu begehen.
Ausgehend von der Frage Dostojewskis, wie gesellschaftliche Umstände und Not einen Menschen zum Äußersten bringen können, ist SCHULD UND SÜHNE ein philosophischer Diskurs und zeigt, als spannender Krimi, wie ein Mörder an seiner Tat zerbricht. Der 1866 erschienene Roman gilt als einer der Klassiker der Weltliteratur. Martina van Boxen und Alexander Ritter erarbeiten aus dem epochalen Werk mit über 40 Figuren eine konzentrierte Zwei-Personen-Fassung, in deren Mittelpunkt die Begegnung von Raskolnikow und dem Kriminalkommissar Petrowitsch steht.
"Aber denken Sie nicht, ich hätte nicht geahnt, dass, wenn ich damit anfange, mich zu fragen, ob ich ein Recht auf Macht habe-, ich schon deswegen dieses Recht NICHT habe. Oder wenn ich mich frage: „Ist der Mensch eine Laus?“ – er schon deswegen für mich keine Laus mehr ist?
Aber ich musste damals erfahren, ob ich eine Laus bin, wie alle, oder ein Mensch."
Von und Mit
Martina van Boxen und Alexander Ritter