ZOO STORY

Rottstr 5 Theater in Bochum | ZOO STORY [Fotos © Birgit Hupfeld]

EDWARD ALBEE

 

PREMIERE: 18. August 2011

jerry: björn geske
peter: felix lampert

regie: arne nobel
assistenz: michael schlothane
ausstattung: arne nobel
assistenz: felix lampert
kampf: klaus figge
stage support: ralf falkowski
übersetzung: hans dreher
 


ZOO STORY ist das erste Stück von Edward Albee, das 1959 am Schiller Theater in Berlin uraufgeführt wurde und erst danach am Broadway herauskam.

Auf einer Parkbank treffen Peter und Jerry aufeinander. Peter gehört der Mittelklasse an und führt ein geordnetes Leben. Jerry dagegen schlägt sich durch und kommt mit dem Leben eigentlich gar nicht klar. Zwischen beiden entwickelt sich ein Gespräch, das zunächst wie ein harmloses Spiel daherkommt, in dem sich die Gewichtungen immer wieder verschieben. Im letzten Drittel kippt der Stück plötzlich, und die Begegnung endet unerwartet gewalttätig.

Auch wenn wir den amerikanischen Originaltitel verwenden, spielen wir diesen Klassiker natürlich auf Deutsch. Dafür wurde der Text teilweise von Hans Dreher neu übersetzt.
    

Arne Nobel: Ich wollte mal eine komödie machen, mit Björn und Felix, diesem seltsamen paar, das auf unterschiedlichsten wegen meinen schicksalspfad kreuzte, und eben komischerweise von der gleichen schule kam und nun mit mir im wettbüro oder intershop die zeit totschlägt. Rambo(w) schlug mir ZOO STORY für uns 3 vor, passend 10 jahre nach NYC 9/11 ein stück im Central Park... von Albee, ewig nicht gespielt... Ich wollte mal eine komödie machen, aber die zerbrechlichkeit unserer zivilisation, die abgründe des menschen, der menschen, all die aufsehen erregenden und höllischen ereignisse in der welt, während unserer probenzeit, haben es mir schwer gemacht, slapstick zu inszenieren. Vermutlich, nein sicher, kann ich das nicht: tür- und tortengags, bananenglitscher und all die technisch feinst gearbeiteten verwechslungsnummern. Gern überlass ich dass den jungs, die krieg, hunger, amok, selbstmord aussperren und höchst brilliant brautalarm, hangover oder jeden schenkelklopfer erarbeiten können. ZOO STORY zählt zum ABSURDEN THEATER, und lange überlegte ich, was dies zu bedeuten hat. Ich weiß es nicht, denn jede sekunde der proben, der arbeitszeit an diesem stück war erfüllt von realen menschen, von Björn und Felix, und natürlich Micha, die in jeder aktion sinn fanden, schöpften... Ich wollte... ach, ich denke, all diese zeitungsereignisse sind absurd und ZOO STORY ein bild von der welt und von UNS. Es darf nicht nur, es MUSS gelacht werden!!!


pressestimmen   

Am Ende kommt es fast zwangsläufig zu einem großen Showdown. Bühnenkampf-Legende Klaus Figge (u.a. CYRANO DE BERGERAC am Schauspielhaus Bochum) hat ihn mit großem Spaß an der Sache als Stockkampf choreographiert. Lampert und Geske, die an diesem Abend sowieso Großes leisten, nutzen jeden Zentimeter des kleinen Bühnenraums für die harte Auseinandersetzung um eine Parkbank, während in der Ecke ein Heizkörper in Flammen aufgeht. Belohnt werden sie mit großem Applaus im ausverkauften Halbrund. (Ruhr Nachrichten)

Arne Nobel hat die hierzulande kaum noch auf den Spielplänen vorhandene Tragödie in der teilweisen Neuübersetzung Hans Drehers für „seine“ Off-Spielstätte an der Bochumer Rottstraße neuentdeckt, auch und vor allem als ideales Rollenfutter für die Schauspieler Björn Geske und Felix Lambert, mit denen er schon in den ANGRY YOUNG MEN- und NIBELUNGEN-Reihen zusammen gearbeitet hat. Seine gut 70-minütige Inszenierung geht ins Märchenhafte und Phantastische, entdeckt durchaus auch komödiantische Aspekte, bleibt aber mit Ausnahme des Schlusses recht eng an Edwards Albees Vorlage, wobei weder Regisseur noch Übersetzer unberücksichtigt lassen, dass seit der Uraufführung fünfzig Jahre ins Land gegangen sind.  (Herner Sonntagsnachrichten)

Björn Geseke faucht, Björn Geseke säuselt, obwohl er sich auch von der Person Peters angezogen fühlt, fühlt er die Barriere, die ihn vom Verleger trennt. Auch mit roher Gewalt gegen Sachen ist die einfach nicht zu überwinden. Dafür erhält er seinen berühmten ekligen Monolog, die „Geschichte von Jerry und dem Hund“. Kein Wunder, eigentlich ist er es auch, der die gesamte Handlung verbal dominiert, ohne dass in der Rottstraßen-Inszenierung Felix Lambert zu kurz kommt. (Trailer)