TRAINSPOTTING

Rottstr 5 Theater in Bochum | TRAINSPOTTING [Fotos © Sabine Michalak]

nach IRVINE WELSH

PREMIERE: 15. JUNI 2012

mit

tobias amoriello, carina borgards, maksim braun, fiona feerick, thomas kaschel, simon marius krämer, akbar paktin, ronja sczepanski

regie: michael schlothane

assistenz: ariane kareev
mitarbeit: julia ingeli
 
   mit besonderem dank an die stiftung pro bochum & gleisbauer ulle keye


"Das beste Buch, das jemals von Mann oder Frau geschrieben wurde", heißt es auf dem Deckblatt des Romans, und weiter: "hätte es verdient, eine höhere Auflage zu haben als die Bibel." Irvine Welshs Roman Trainspotting war die erste europäische Antwort auf die amerikanische Grunge-Bewegung, die zuerst musikalisch und später literarisch unsere frühneunziger Herzen erobert hat.
Ein schonungsloses Werk über junge Menschen, die keine Jugend mehr haben, hatten sie denn überhaupt mal eine. In Originalsprache: phonetisch geschriebenes Edinburgher Schottisch, das jeden Oxford-Anglist und jeden Übersetzer verzweifeln lässt. Doch die Figuren dieser Geschichte – oder besser Geschichten, denn das Handlungsgefüge des Romans und die darauf basierende Dramen sind eher locker gestrickt – hatten jenseits des schweren Dialekts eine Stimme; auch das hat eindrucksvoll die Verfilmung des Romans bewiesen.
Oft ist Trainspotting als Drogenroman, als Drogenfilm, als Drogenstück verschrien. Der Film besetzt tatsächlich eine Hauptrolle mit Heroin. Der Roman und unsere von Michael Schlothane bearbeitete Stückfassung tun dies nicht: Die Droge, das scag, ist in dieser Inszenierung ein Problem, ein Phänomen unter vielen: Sexualität, Familie, Gewalt, Leben, Tod und Fussball. Der Stoff scheint ewig aktuell, aber auch ewig schockierend.
Unsere young’n’rotten-Truppe tut erneut, was sie am besten kann: Abgründe erforschen: Die der Bühnenfiguren und die der Gesellschaft und – im künstlerischen Prozess – auch ihre eigenen. Die Darstellung des Lebens eines jungen Menschen mit menschlichen Schwächen und ohne menschliche Perspektiven darf im heutigen Bochum kein bisschen schonender sein als vor zwanzig Jahren in Welshs Schottland.
Und bei uns auf der Bühne erst recht nicht.



   
pressestimmen   

„Auf der Bühne gehen die Schauspieler an ihre körperlichen und seelischen Grenzen. Mit ein Grund, wieso die Reise in diese grausame Welt so intensiv wirkt.“ (Ruhr Nachrichten)

„Michael Schlothane inszeniert die bitterbösen, lose miteinander verbundenen Episoden mit acht jungen und spielfreudigen Darstellern.“ (WAZ)

„(…) Theaterabend (…), der unter die Haut geht.“ (Ruhr Nachrichten)

„Das minimalistische Bühnenbild unterstreicht die Traurigkeit des Daseins, das Interieur strahlt den morbiden Charme eines Berliner Clubs aus.“ (trailer)

„Die sozial gemachte Brutalität [tritt] auf der Bühne umso deutlicher hervor.“ (WAZ)

„(…) Lebensgeschichten, die kein Leben mehr sind, die den Zuschauer fesseln.“ (Ruhr Nachrichten)

„Die (…) Inszenierung sorgt dafür, dass der Zuschauer nicht kalt gelassen wird. Die vierte Wand, der schützende Graben zwischen Publikum und und Schauspielern entfällt.“ (Ruhr Nachrichten)