ELEKTRA

Rottstr 5 Theater in Bochum | ELEKTRA [Fotos © Sabine Michalak]

nach hugo von hofmannsthal

PREMIERE: 18.02.2013

Elektra sinnt nach blutiger Rache für den Mord an ihrem Vater, den die Mutter und deren Liebhaber heimtückisch erschlugen und wartet auf den großen Retter und Rächer, ihren Bruder Orest. Klytämnestra, die ihren Gatten ermordete, der ihre zuvor älteste Tochter opferte und mit seiner Geliebten nach hause zurückkehrte, kann aus lauter Angst vor der Rache des eigenen Sohnes nicht mehr schlafen und will endlich Ruhe vor den Todesdrohungen ihrer Tochter Elektra. Chrysothemis, gefangen im Elternhaus, dem Schauplatz des Krieges zwischen Mutter und Schwester, will nur noch weg und ihre eigene Familie gründen, in der alles besser wird.
Die jeweils selbst gewählte Wahrheit zwingt die drei Frauen in eine ewige, lähmende Schleife von Demütigungen, in der keine von der anderen lassen kann. In der ganzen Zeit ist kein Retter in sicht, nicht der Bote von einem Retter, nicht der Bote von einem Boten. So beschließt eine der drei, das Schicksal der Familie für immer zu besiegeln.

elektra: theresa palfi
chrysothemis: isabelle barth
klytämnestra: lisa balzer
 
regie: kerstin krug
ausstattung: claudia radowski
musik: daniel brandl
video: inga krug
dramaturgie: stephanie jordan.

pressestimmen

Bunkerstimmung in der Rottstraße. Zu nichts eignet sich die Spielstätte unter der Bahnlinie besser.
Das Thema: Rache. Es entspinnt sich ein Psycho-Kammerspiel, das davon erzählt, wie ausweglos Geschichte sein kann, wenn die Vernunft unter Druck kollabiert.
Drei Frauen, dreimal Wahn in Abstufungen, eine Familie.
Kerstin Krug lässt die ausgezeichneten Darstellerinnen ihre Rollen mit expressiver, zuweilen fast manieriert wirkender Körpersprache ausagieren. Theresa Palfis Elektra ist dabei eine Schasu. Ein Racheengel im ambivalenten Wortsinn. Agierend zwischen gurrender Betörung und monströsem Ausbruch. Geliefert wird ein 80-minütiges Affektgewitter, richtig gut reduziertes Schauspielerinnentheater. Langer Premierenapplaus. (WAZ)

Schlüssig und konsequent hat Kerstin Krug Elektras Schicksal umgeschrieben: Elektras einziger Lebensinhalt war die Rache. Dessen beraubt, lässt Elektra über den Tod der Mutter ihr Leben. Mit ausdrucksstarker Mimik und vollem Körpereinsatz schufen die drei Schauspielerinnen eine emotionsgeladene und fesselnde Atmosphäre, die dem düsteren Thema gerecht wurde. Die starke Inszenierung erhielt den verdienten, minutenlangen Applaus. (Ruhr Nachrichten)