50 SHADES OF GREY

Rottstr 5 Theater in Bochum | 50 Shades of Grey

Eine Actionlesung mit

Nermina Kukic

Thomas Kaschel

und der Stimme von Simon Krämer

Einrichtung Hans Dreher

Mitarbeit Klara Linge, Christina Runge und Simon Krämer

Fotos Sabine Michalak

 

Pressestimmen


Tatsächlich macht Nermina Kukic nicht viel mehr, als zu lesen. Kurze, einminütige Passagen aus dem Buch, im ganzen 50 Stück. Thomas Kaschel, mit Sturmhaube und Halsband als der Fetisch-Liebhaber gekleidet, wählt Zuschauer aus, die abwechselnd Zettel ziehen, welche das nächste Thema vorgeben: „Hintern“, „Fahrt“, „Kabelbinder“, die verschiedensten Worte werden angeboten.
Mal ist es harmlos, was sich hinter den Begriffen verbirgt [...].

Doch mindestens genauso oft geht es um die schönste Nebensache der Welt – eine sehr, sehr brutale Form dieser Nebensache. Dann fallen im Rottstr5-Theater Begriffe, die in einer Zeitung nur zensiert werden können, im Sekundentakt. Die Autorin nimmt in ihren Ausführungen kein Blatt, nicht einmal ein Blättlein vor den Mund, und beschreibt alles schamlos. Allerdings ist ihr Wortschatz dabei so verschwindend klein, dass man ihn schon mit der Lupe suchen muss.
Und genau da setzt die Genialität der Lesung in der Rottstraße ein. Denn die beiden Akteure versuchen nicht etwa, die (nicht wirklich vorhandene) Erotik des Buches hervorzuheben, die künstlerischen Metaphern herauszufiltern und dem Buch-Liebhaber einen netten Fan-Abend zu bieten, sondern machen sich gnadenlos über die Unzulänglichkeit des Textes lustig.

(Ruhr Nachrichten)

Kurz nach halb acht wird das Publikum in Dunkelheit gehüllt. Ein einziger Strahler beleuchtet weiterhin die erotischen Comicbilder im Hintergrund der Bühne. Dann ertönt eine tiefe, männliche Stimme, die sinngemäß erklärt: §1. Mit Betreten des Rottstr 5 Theaters geht das Publikum (im Folgenden „Sub“ genannt) einen Vertrag mit dem Rottstr 5 Theater (im Folgenden „Dom“ genannt) ein. Es folgen einige weitere Paragraphen, welche die Rechte und Pflichten des Sub und des Dom behandeln. Erste Lacher ertönen und man merkt: Dieser Abend könnte großartig werden.

Für solche materiellen Dinge, so scheint es im Roman, würden sich immer noch viele Frauen verkaufen. Das ist der eigentliche Skandal und das Fazit des gelungenen Abends im Rottstr 5 Theater.

(Trailer)

So jagt ein Höhepunkt den anderen, was hier sowohl physiologisch als auch dramaturgisch gemeint ist.

Der Inhalt der Texte reicht von saftig bis deftig und wird nur kurz variiert durch die geradezu mantraartigen Beschreibungen von Greys fabelhaften grauen (!) Augen oder seiner grauen (!) Trainingsbuxe. Aber mehr steht einfach nicht drin in dem Schmöker. Dafür gibt es sehr viel zu lachen und garantiert nix' zum Nachdenken. Und das muss schließlich auch mal sein.

(WAZ)