KRIEG

Rottstr 5 Theater / KRIEG

 

Krieg
nach Rainald Goetz
Aufführungsrechte beim Suhrkamp Verlag

Was macht die geheimnisvolle Firma RSSS? Ist sie ein think-tank, die Konflikt- und Revolutionsforschung für ihre Kunden treibt? Eine Agentur, die Regierungen mit geschichtlichen Fakten versorgt, um diese vor den Aufstand ihrer Bürger zu schützen? Sind die Menschen hinter RSSS - Heidegger, Stammheimer und Stockhausen - doch nur Hilfsdramaturgen, die den Theatern erklären, wie man Büchner inszeniert?
Die RSSS sucht überall Krieg und findet ihn überall. Am liebsten in der Eckkneipe beim Schwadronieren. Dort wirft sich das Trio bierbeseelt in den Kampf bis sie bei den "bis an die Zähnen bewaffneten Soldaten" oder den "knieenden mündigen Bürgern" kurz vorm Nackenschuss angkeommen sind. Der Krieg findet im alkoholgetränktem Kopf statt. Oder brennen die Straßen jenseits der Kneipentür doch schon längst?

Stockhausen: Linus Ebner
Stammheimer: Bernhard Glose
Heidegger: Lisa Balzer


Regie: Hans Dreher
Sound Design: Simon Krämer
Mitarbeit Licht: Awa Winkel
Regieassistenz: Lara Domke, Awa Winkel


Premiere: Donnerstag, 4. Dezember 2014.

Gefördert vom Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen des "Projekt 1914"

 

PRESSESTIMMEN

 

Dieses bewusste Ausstellen seiner theatralen Mittel ermöglicht es Dreher sogar,
den Walpurgisnacht-Spaziergang eines Mädchens mit einem Soldaten in eine zutiefst romantische Szene zu verwandeln.
Inmitten all der Sprachvernichtungsorgien erspielen sich Kinga Prytula und Bernhard Glose einen bezaubernden,
zunächst in nächtliches Blau, dann in gefühlvolles Rot getauchten Moment reiner Zärtlichkeit.
Eine sublime Verbeugung vor Rainald Goetz' zarter Poesie. Dieses Theater ist eine einzige Userfreundlichkeit.

 

nachtkritik.de

 


Als Bier-Revoluzzer und Wissenschaftsgeschäftemacher, die sich ständig zuprosten und "über die guten alten Zeiten" reden wollen,
spielen sich Prytula, Glose und Ebner immer wieder in einen wahren Rausch. Der Klassenkampf als Trinkritual und -spiel.
Auf dem Höhepunkt balancieren sie gemeinsam auf leeren Bierkisten, auf denen sie sich nur noch gemeinsam halten können.
Eine artistische Choreographie, während derer ihre standardisierten Sprüche wie die Schaumkrone auf einem Bier in sich zusammenfallen.

 

nachtkritik.de

 


Regisseur Hans Dreher kann auf tolle Darsteller zurückgreifen, Kinga Prytula, Bernhard Glose und Linus Ebner
bändigen das Textmonstrum mit extrem viel körperlichem Einsatz und einem beachtlichen sprachlich-rhetorischen Zugriff.
Sie führen die Figuren nicht vor, kein falscher, kein Kabarett-Ton ist zu hören. Der textliche Wahnsinn wird ausagiert,
erst durch diese stete Ambivalenz und Ernsthaftigkeit entwickelt sich eine Komik, allerdings eine hochböse, fast zynische.
Ja, so wird wirklich gesprochen, überall.

 

WAZ

 


Fünf von Fünf Sternen.

 

WAZ