DISCO PIGS

Rottstr 5 Theater in Bochum | Disco Pigs

 

von Enda Walsh

Mit: Linus Ebner, Yvonne Forster

Regie: Marco Massafra

Sound: Jules-Yves Lenzen

Licht: Simon Krämer

Regiassistenz: Klara Linge, Jasmina Dittrich

Premiere am Sonntag, 29. März 2015 um 19.30

 

SCHWEINL. Aber nimmer Mista-Mäc-Fettfurz, wie ihr selbst seht, Schlanko-Fäns!

FERKLIN. Boing! Boing! Hüpfen wirzwo raus in ne Wörld voll von grauem Glück.

Das 1996 uraufgeführte und 2001 prominent verfilmte Stück des irischen Dramatikers Enda Walsh gilt nicht nur aufgrund seiner Kunstsprache als moderner Klassiker. Schweinl, der Junge, und Ferklin, das Mädchen, wollen ihren gemeinsamen siebzehnten Geburtstag feiern. Seit ihrer Geburt sind sie unzertrennlich; ihre Ansichten und ihre Sprache schaffen sie seitdem als Einheit.
Sie stürzen sich ins Nachtleben der Stadt. Ihr Ziel: Der sagenumwobene Disco-Palast. Doch an diesem Abend verspricht das Schicksal, sie zu trennen.
Danach wird nichts mehr so sein, wie es vorher war.



Hier der TRAILER dazu https://www.youtube.com/watch?v=KZWMas1NzgE

 

Pressestimmen

Marco Massafra verzichtet auf Bühnenbild und Requisiten. Die Zuschauer sitzen im Karree um die Bühne, eine stufige Empore steht vor dem Eingang. Die Schauspieler sind dadurch sehr nah, man sieht ihre Spucke im Gegenlicht und riecht den Schweiß. Und Linus Ebner als Schweinl und Yvonne Forster als Ferklin geben auch wirklich alles.

WAZ

„Disco Pigs“ ist aufgrund der Kunstsprache kein einfacher Text. Die zum Teil sperrigen Worte, ein poetisches Gemisch aus englischen Ausdrücken, Kindergeplapper und Rap ist rhythmisch und bisweilen obszön, doch Forster und Ebner meistern diese Herausforderung zu jeder Zeit. Ein aufwühlender Abend, der den langen Schlussapplaus verdient.

WAZ

1962 tauchte die Jugend ohne Regeln bereits im Roman „Clockwork Orange“ auf, 1971 in dessen Verfilmung und eben 1996 in Walsh‘ Theaterstück. 19 Jahre später, in der Bochumer Inszenierung, wirkt das Thema immer noch erschreckend aktuell. Einen Teil trägt dazu sicherlich das eindringliche Spiel der beiden Hauptdarsteller bei. Forster und Ebner harmonisieren miteinander, wirken fast wirklich wie das Freundespaar, das sich so nahe steht wie Geschwister. Mit ihnen hat Massafra eine gute Besetzung gefunden, um sein inszenatorisches Konzept perfekt umzusetzen. Das nämlich verteilt das Publikum in dem kleinen Theater wie in einem Zirkus, mit großen Teilen der Bühne zwischen den Zuschauern. Intim wirken dadurch viele Momente, aber auch sehr realitätsnah. Wenn die exakt aufeinander abgestimmte Kombination aus Licht und Live-Musik von DJ Jules Yves Lenzen den Eisenbahnbogen in eine Disco verwandeln, fühlt man sich als Zuschauer fast wie ein Voyeur, der ein Paar auf der Tanzfläche anschaut.

Ruhr Nachrichten